Die Qual der „Über-Moral“

Moral und Schuld. Damit kann man eine Alleinerziehende packen.. Und genau das tun viele Väter (nicht alle) und die sich einmischenden Institutionen.

Über-Moral ist hierbei das Gefühl, die Vater-Kind-Beziehung unterstützen und stärken zu müssen. Auch wenn das Eltern-sein nur von einem Elternteil erfüllt wird (von der Mutter).

Das berühmte „Kindeswohl“ ist die ständige Begründung für alles. Und das Wohl der Mutter wird völlig außer Acht gelassen.

Vom Verstand ist es klar. Der eine Elternteil erfüllt seine Aufgabe, in vielen Fällen tut dies der andere nicht (hält keine Termine ein, zahlt nichts, beteiligt sich weder an Erziehung, noch an anderen Dingen die erledigt werden müssen, stellt nur Forderungen und schikaniert.).

Wenn der andere es nicht kann oder will, ist es nicht meine Aufgabe diese Beziehung trotzdem stärken zu wollen (Für das Kindeswohl) Denn ich/Du.. wir erfüllen ja unseren Part!

Nehmen wir mal ein anderes Beispiel um die Kraft der Moral in dieser Alleinerziehend-Geschichte zu entdecken:

Zwei Geschäftsleute sind einen Vertrag eingegangen. Nur einer der beiden erfüllt diesen Vertrag. Der andere nicht.

Übernimmt jetzt der, der sich an den Vertrag hält die Aufgaben des anderen Geschäftsmannes und zahlt ihn trotzdem noch aus?

Nein! Er kündigt ihm den Vertrag! Und sucht sich jemanden, der sich an den Vertrag hält oder macht halt alleine weiter!

Und die Moral? Der arme andere..? Der es nicht hinbekommen hat, sich an den Vertrag zu halten..? Eher nicht.. Der Andere muss lernen, sich beim nächsten mal an den Vertrag zu halten, wenn er Geschäfte machen will! Und kann nicht erwarten, dass sein Gegenüber zurücksteckt und ihm die Entwicklungsarbeit abnimmt.

Steht in diesem Beispiel-Fall überhaupt nicht zur Debatte! Warum in Deinem..?

Weil Du ein höchstwahrscheinlich gutmütiger Mensch bist und von Institutionen mittlerweile so gehirngewaschen wurdest. Sonst wärst Du nicht in dieser verzwickten Angelegenheit der Vater-Problematik gefangen.

Und Du kannst froh sein, so menschlich zu empfinden. Aber Du willst ein glücklicher Mensch sein und deshalb lerne ein bisschen dazu, unangebrachtes Pflichtgefühl von angebrachtem zu unterscheiden..

Niemand auf der Welt kann erwarten, dass andere für sie Arbeit und Verantwortung schultern. Und wenn Du dies doch – zwangsläufig – tust können nicht noch zusätzlich Ansprüche erhoben werden.

Das ist das Paradoxe an diesen gesellschaftlichen Alleinerziehend-Bestimmungen. Es gibt gewisse Regeln. Aber weil andere darauf pfeifen, heißt es nicht, dass sie unrichtig sind.

Und wenn Du wegen MORAL darunter leiden solltest, dann hat nicht nur Dein Gegenüber was zu lernen (sich an Regeln zu halten und seine Pflichten genauso ernst zu nehmen, wie seine Rechte), sondern Du musst erkennen das andere die Regeln missachten und lernen, anstatt mit diesen Mitleid zu haben, schnell weiter zu gehen.

Zu Menschen, die Dich und eure gemeinsamen Pflichten in eurer „Zusammenarbeit“ ernst nehmen!

Damals (Noch ziemlich zu Beginn meiner Mutterschaft), wurde mir nach schlimmeren Schikane -aktionen des Vater nahegelegt mich um ein Einzelgespräch bei einem Institut für seelische Begleitung für alleinerziehende Mütter zu bemühen.

Dort fragte man mich zum Thema „Aber-das-Kind-braucht-einen-Vater“ was meinem Kind denn fehlen würde..?

Es bekomme schließlich alle Liebe und Fürsorge von mir und auch von anderen lieben Menschen aus dem Umfeld, die sich kümmern wollten und es hätte daher doch alles was es braucht..

Es braucht nicht notwendiger Weise mit größtem Druck einen Vater-

Und nur einen physischen, der sich nicht wie ein fürsorgender Vater einbringt, braucht es mal gar nicht.. Das leuchtete mir sogar auf der Gefühlsebene sehr logisch ein.

Die Erkenntnis das Liebe nicht aus festen Schubladen zum Kind fließen muss, sondern einfach nur Liebe egal von wem, hat mir das Papa-Schuldgefühl der Über-Moral genommen.

Du machst Dich nicht schuldig, wenn Du Dein Leben ohne den Vater planst und Deinen Dingen und Vorhaben im Leben Priorität gibst (z.B. verreisen, wenn Du es willst..). Oder plant Der Vater Deines Kindes DICH und Deine Bedürfnisse irgendwo mit ein..? (Wenn dem so ist brauchst Du nicht weiterzulesen..)

Du trägst keine SCHULD, weil Du ein Kind (Dein Kind)

UND ein lebenswertes Leben willst!

Hier Dein Aktionsschritt:

Schmink Dir falsche Moral und falsches Pflichtgefühl von der Backe!

Heb Dir das lieber für Menschen auf, die Dich und eure „Zusammenarbeit“ ernst nehmen!

Wenn Du wieder in solch eine Situation kommst, dann denk an die Geschichte mit den Zwei Geschäftsleuten. Das macht es Dir leicht, Dein falsches Pflichtempfinden zu entlarven und es als Über-Moral abzuschaffen.

Trau Dich zu Dir zu stehen! Es ist Dein Recht!

 

P.s.: Dieser Artikel richtet sich selbstverständlich nicht an Alleinerziehende Mütter, die durch einen fürsorgenden Vater unterstützung in ihrer Elternschaft erfahren- Da die meisten Alleinerziehenden völlig alleine in der Kindeserziehung stehen, trägt das Entlarven von „Über-moral“ zu mehr Papa-Gelassenheit bei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.